St. Paulus – Kapelle

Zur künstlerischen Innengestaltung der kath. Kirche St. Paulus in Tönning.
Es ist hier ein Raum geschaffen worden, der eine wohnliche, heimatliche Atmosphäre vermitteln möchte. Um den Tisch des Gottesbrotes  bildet sich wirkliche Gemeinschaft. Darum wurde auch der Altar in der Form eines besonderen Tisches konzipiert. Das Material ist Verona-Rot, ein roter Marmor aus Italien. Er wurde in quadratischer Form gebaut und durch den Bildhauer teils bespitzt behauen, teils geschliffen.
Aus dem gleichen Stein ist die Stele gestaltet, die die Seitenkapelle beherrscht mit dem überhöhenden Tabernakel-Achteck-Schrein. Bronze­tafeln umkleiden diesen. Seine Tür, dem Beter zugewandt, gewährt einen Blick in die Ewige Stadt, nach den Visionen im letzten Buch der Hei­ligen Schrift. Die strahlende Herrlichkeit Gottes wird mit Jaspis und Sardisstein verglichen. Es lag nahe, diese auch mit einem Stein anzudeuten, einer sog. Achatplatte. Deren lebendige Innen­zeichnung erinnert an ein Lamm inmitten einer rot umränderten stillen Helle. Die plastische Ausstrahlung dieses Lichtes durchdringt die ganze Fläche.
Auf der gegenüberliegenden Tabernakelseite ist ebenfalls ein kleiner Achat eingebaut, ein Hinweis auf die kostbare Frucht im Lebensbaum, der hier dargestellt ist. Apk 2, 1 verheißt “Dem Sieger werde ich zu essen geben vom Baum des Lebens. Apk 22,2 ist wiederum der Baum des Lebens erwähnt, der “zu beiden Seiten des Stromes” steht. “Ströme lebendigen Wassers” symbolisieren den Heiligen Geist; und auch der Baum ist Zeichen des göttlichen Lebens.
Thematisch und formal stehen in Beziehung zum Tabernakel und vor allem zum Altar-Bereich das Evangelien-Pult(Ambo) und Kreuz. Letzeres ist seitlich angebracht, ein für das Auge gleichsam, notwendiger “Kontrapunkt” für das an der Gegenseite im gleichen Material eingefügte Pult. Beim Kreuz ist das plastische Wogen des strömenden Lebens ver­stärkt durch drei Rodochrosit-Steine, die das Rot des Altares gleichsam widerspiegeln.
Ähnlich ist an der Stirnseite des Lesepultes ein Rodochrosit einge­baut in die flutende Bewegung von Wasser und Feuerformen.
Die tragende schräg abwärts laufende Kopffläche ist seitlich gestützt von zwei Darstellungen des Kirchenpatrons. Einmal die Bekehrung des Paulus: Wie er vom Lichtstrahl Gottes zu Boden geworfen wird. Und gegenüber verkündet Paulus die Heils­botschaft, selbst in der Gefangenschaft richtet er sein Wort seine Gemeinden.

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